November 20, 2006 at 17:42
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…dieser Text prangte auf einem Schild, das kurz vor Beginn des WM-Viertelfinales in der Public-Viewing-Arena am Reichstag in die Kameras gehalten wurde.

Interessant auch die architektonische Rahmung dieses merkwürdigen Augenblicks: denn die Arena zitierte an ihrer Außenseite die Optik des Berliner Olympia-Stadions. Message und architektonischer Rahmen bilden schon fast eine These zum Thema Fußball, Massenmedien und Propaganda im Dritten Reich. Am Freitag 24.11. werde ich diesen Ball aufnehmen und an der HU Berlin über den Fußballfilm “Das Große Spiel” von 1942 sprechen, der — zum Teil in Farbe — den Weg einer fiktiven, aber deutlich an Schalke 04 angelehnten Mannschaft aus dem Ruhrgebiet bis zum Finalspiel der Deutschen Meisterschaft nachzeichnet (das natürlich im Olympia-Stadion stattfindet…). Schon das im Film skandierte Fußball-Lied gibt einen dezenten Hinweis darauf, welche propagandistische Funktion mediale Inszenierungen des Ballsport im Dritten Reich gehabt haben könnten: “Elf Kameraden und ein Gedanke, Glauben an den Sieg”…
(Der Vortrag findet im Rahmen der Tagung “Im Pausenraum des Dritten Reiches” statt, Programm und weitere Infos hier)
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November 5, 2006 at 10:11
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Unter diesem hippen Titel ist jetzt mein Aufsatz zur “Anthropologie der New Economy in der urbanen Popliteratur des 21. Jahrhunderts” erschienen, und zwar in den “Germanistischen Mitteilungen” (www.bgdv.be). Ich habe darin mal ausprobiert, inwieweit sich aktuelle Theorien zu Organisationsstrukturen der Neuen Arbeitswelt, so wie sie etwa von den französischen Soziologen Boltanski und Chiapello in “Der neue Geist des Kapitalismus” beschrieben werden, für die Interpretation aktueller literarischer Weltentwürfe anwenden lassen. Das soziale Phänomen des “Projekts”, also einer temporären Verknüpfung von Individuen, findet in den von mir untersuchten Beispielen nicht nur in den Personenkonstellationen der untersuchten Romane, sondern auch auf der Ebene der AutorInnen, die ihr Werk als Projekt verstehen oder sogar im Kollektiv schreiben (vgl. insbesondere Mai 3D von Alexa Hennig von Lange, Till Müller-Klug und Daniel Haaksmann). Offenbar gibt es einen neuen Typus des Gegenwartsromans, der einerseits die Literatur stärker in kapitalistische Verwertungszusammenhänge einbindet, andererseits aber auch neue Formen der “critique artiste” an den derzeitigen Produktionsverhältnissen ermöglicht…
(Der Artikel geht übrigens zurück auf einen Vortrag für die Tagung “Imaginationen des Kapitalismus” im Brecht-Literaturforum Berlin vom November 2004)
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November 4, 2006 at 19:26
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Dieser Slogan schmückt die Kopfzeile meines neuen Giessen-spezifischen Weblogs. Dem Mission-Statement zufolge hat es die Aufgabe, “das Leben in Mittelhessen (und den Sinn dessen) aus der Perspektive von Menschen über 30 zu reflektieren”. Für die Titelgrafik habe ich provisorisch einen Schnappschuss unseres WG-Hundes Blanca genommen, und werde jetzt auch dabei bleiben. Als besondere Rubriken sind abgesehen vom Blog inzwischen dazugekommen: gi undercover (eine Dokumentation von taz-Berlin-Szenen, die eigentlich in Giessen spielen), pix (Handy-Kamera-Schnappschüsse aus Giessen) sowie kaffeemaschine (angeblich ein Web-Cam-Plugin…)
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