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CARSTEN WÜRMANN, ANSGAR WARNER (Hrsg.)

Im Pausenraum des Dritten Reiches
Zur Populärkultur im nationalsozialistischen Deutschland

Verlag Peter Lang, Bern 2008

ISBN 1424-7615
ISSN 978-3-03911-443-6

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Klappentext:

Erholungsangebote für den harten Alltag im Nationalsozialismus? Fluchtfahrzeuge für Eskapisten? Oder doch erfolgreiche Instrumente der Integration und Propaganda? Produkte einer modernen Populärkultur waren bis 1945 zentraler Bestandteil des Alltags im ‘Dritten Reich’. Auch wenn die Nationalsozialisten diese Kultur zumindest in Teilen von ideologischer Warte aus scharf kritisierten, forcierten sie den Ausbau einer auf Massenkonsum orientierten Kulturindustrie; zugleich versuchten sie freilich, deren Produkte zu beeinflussen und zu bestimmen.
Literatur- und Medienwissenschaftler sowie Historiker verorten in diesem Band u. a. Tierfilme, Science-Fiction, Arztromane und populärwissenschaftliche Zeitschriften im Kultur- und Propagandabetrieb des ‘Dritten Reiches’. Sie analysieren die Versuche zur Formierung der Unterhaltungsliteratur, beleuchten Phänomene wie die Inszenierung von Volksgemeinschaft im Fußballfilm, Theatertourneen für die Arbeiter der Reichsautobahn sowie die Präsenz von Blondinen und anderen Populärmythen in Propagandaflugblättern. Biographische Fallstudien beschäftigen sich mit der Stellung von Autoren wie Hans Dominik, Ernst Kreuder, Hans Fallada und Erich Kästner in der NS-Kulturindustrie. Die Beiträge zeigen, wie weit sich Nationalsozialismus und gute Unterhaltung miteinander kombinieren lassen. Sie zeigen aber auch, wo diese Verbindung an die Grenzen der Logik einer kapitalistisch organisierten Kulturproduktion stößt bzw. mit den ideologischen Ansprüchen einer Diktatur kollidiert.

Inhaltsverzeichnis

I. Zum medialen Spektrum der Populärkultur im Nationalsozialismus

DORIT MÜLLER
Populärwissenschaftliche Zeitschriften im ‚Dritten Reich‘

RAMÓN REICHERT
Tierfilme im ‚Dritten Reich‘

MARTIN MAURACH
“Der zerbrochne Krug“ auf der Autobahn
Die Reichsautobahnbühne 1936/37 zwischen Hochkultur und ,Volksgemeinschaft‘, Traditionalismus und Modernität

ANSGAR WARNER
„Elf Kameraden und ein Gedanke: Glauben an den Sieg“
Unterhaltung und Kriegspropaganda im Fußballfilm des ‚Dritten Reiches‘ („Das große Spiel“, 1942)

CHRISTIANE CAEMMERER
„Gentlemen prefer Blondes“
Amerika-Stereotype in deutschen Feindflugblättern des Zweiten Weltkrieges und eine ihrer Vorlagen

II. Zu populären Genres der NS-Literatur

INE VAN LINTHOUT
„Dichter, schreibt Unterhaltungsromane!“
Der Stellenwert der Unterhaltungsliteratur im ‚Dritten Reich‘

DINA BRANDT
„Und die Welt sah, was deutscher Geist geschaffen.“
Der deutsche Zukunftsroman im ,Dritten Reich‘

DOROTA CYGAN
Braune Weißkittel
Autopsien populärer Arztromane im Nationalsozialismus

WALTER DELABAR
NS-Literatur ohne Nationalsozialismus?
Thesen zu einem Ausstattungsphänomen in der Unterhaltungsliteratur des ,Dritten Reiches‘

III. Biographische Fallstudien

CHRISTIAN HÄRTEL
„Vom Schraubstock zum Schreibtisch“
Populärliteratur für die Volksgemeinschaft am Beispiel Hans Dominiks

ANJA SUSAN HÜBNER
„Erfolgsautor mit allem Drum und Dran“
Der Fall Fallada oder Sollbruchstellen einer prekären Künstlerbiographie im ‚Dritten Reich‘

MARKUS WALLENBORN
Schreibtisch im Freigehege
Der Schriftsteller Erich Kästner im ‚Dritten Reich‘

STEPHAN RAUER
„BUTKU“
Zu Ernst Kreuders Kurzgeschichten im Nationalsozialismus

ANNE D. PEITER
„Auto, Auto über alles!“ oder „Die natürliche Ordnung des Unnormalen“
Alltag und NS-Terror in Victor Klemperers Tagebüchern
Auswahlbibliographie
Zu den Autorinnen und Autoren
Personenregister

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»Kampf gegen Gespenster«

Die Radio-Essays Wolfgang Koeppens und Arno Schmidts im Nachtprogramm des Süddeutschen Rundfunks als kritisches Gedächtnismedium

(Aisthesis Verlag Bielefeld 2007, Moderne-Studien 3, hrsg. von W. Delabar / W. Fähnders, ISBN 978-3-89528-635-3)

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Klappentext:

Prominente Zeitgenossen wie Theodor W. Adorno und Max Bense plädierten in der Nachkriegszeit lautstark für den Essay als Mittel der Auseinandersetzung mit den aktuellen Problemen. Als »kritische Form par excellence« versprach der Essay konsequente Ideologiekritik, und durch seine rhetorische Dynamik zugleich eine neue Qualität der Kommunikation. Doch was war im »drahtlosen Zeitalter« die angemessene mediale Form des Essayismus? Im Süddeutschen Rundfunk entwickelte Alfred Andersch Mitte der 1950er Jahre als Antwort auf diese Frage das neue Sendeformat »Radio-Essay«. Es sollte ermöglichen, »politische, soziale und geistige Probleme, Länder und Landschaften, ja selbst psychologische, soziologische und historische Phänomene im Funk darzustellen«.

Zu den ›Aushängeschildern‹ der Radio-Essay-Redaktion gehörten die Schriftsteller Wolfgang Koeppen und Arno Schmidt. Im Nachtprogramm des Stuttgarter Senders führten sie den essayistischen Kampf gegen die Gespenster der NS-Vergangenheit ebenso wie gegen die Gespenster der bundesrepublikanischen Gegenwart. In dieser Studie werden erstmals ausgewählte Radio-Essays beider Autoren vergleichend gegenübergestellt. Der Radio-Essay wird dabei als kritische Gedächtnisgattung verstanden, deren Methodenrepertoire nicht nur die Enttrümmerung des nationalen kulturellen Gedächtnisses ermöglichte, sondern auch die Demontage von Propaganda-Sterotypen des Kalten Krieges. In Abgrenzung zu bisherigen Ansätzen beschreibt diese Studie den Radio-Essay als moderne massenmediale Form, die spezifisch an die Kommunikationssituation im Rundfunk angepaßt ist.

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